Andreas Groth zu Gast bei Michel Birnbacher
30.01.2026 42 min
Zusammenfassung & Show Notes
Fünf Kernaussagen der Episode
- Fotografie kann Teil von Erinnerungskultur sein und gesellschaftliche Prozesse sichtbar machen.
- Porträtarbeit mit Betroffenen erfordert Empathie, Zeit und bewusste Distanz.
- Gestaltungsmittel wie Größe, Material und Präsentationsform beeinflussen die Wirkung von Bildern entscheidend.
- Technik tritt bei sensiblen Projekten hinter Haltung und Verantwortung zurück.
- Fotografische Serien fördern Konzentration, Langsamkeit und gemeinschaftliches Lernen.
Metabeschreibung (Podcast-Text)
In dieser Episode des Leica Enthusiast Podcasts spricht Host Michel Birnbacher mit dem Fotografen Andreas Groth über zwei außergewöhnliche Ausstellungsprojekte und ein experimentelles Community-Vorhaben.
In dieser Episode des Leica Enthusiast Podcasts spricht Host Michel Birnbacher mit dem Fotografen Andreas Groth über zwei außergewöhnliche Ausstellungsprojekte und ein experimentelles Community-Vorhaben.
Im Mittelpunkt steht die Ausstellung „Angefasst“, in der Groth Betroffene sexualisierter Gewalt im kirchlichen Kontext porträtiert. In lebensgroßen Roll-Up-Arbeiten werden Menschen sichtbar, ohne sie preiszugeben – geschützt durch Glas, Wasser und bewusst gewählte Distanz. Ziel ist nicht Anklage, sondern Gespräch, Erinnerungskultur und Prävention.
Ein zweites Projekt entstand in Zusammenarbeit mit einem Frauenhaus. Mit einfachen, aber hoch emotionalen Bildideen – einem Stuhl als Stellvertreter, klaren Posen, großer Bildwirkung – zeigt Groth Wege aus der Gewalt und die Bedeutung geschützter Räume.
Ergänzt wird das Gespräch durch ein analoges Jahresprojekt: Mit einer einfachen Kleinbildkamera sollen Fotograf:innen über zwölf Monate hinweg in Serien denken lernen – reduziert, verbindlich und gemeinschaftlich.
Eine Folge über Verantwortung in der Fotografie, über das „Warum“ hinter Bildern und über die Kraft, mit Bildern etwas zu bewegen.
Linksammlung:
26.9.2025 Gast im Leica Enthusiast Podcast:
https://www.leica-enthusiast-podcast.de/episode/andreas-groth-zu-gast-bei-michel-birnbacher
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Fünf Kernaussagen der Episode
- Fotografische Arbeit mit Betroffenen verlangt klare ethische Haltung und Schutzmechanismen.
- Ausstellungskonzepte sind Teil der Aussage – nicht nur die Bilder selbst.
- Emotionale Nähe entsteht oft durch bewusste Distanz in der Bildgestaltung.
- Kameras und Objektive sind Werkzeuge, nicht der Kern fotografischer Aussage.
- Serienarbeit ist ein zentraler Entwicklungsschritt für Fotograf:innen.
Fotografie als Haltung – ein Gespräch mit Andreas Groth
In dieser besonderen Episode des Leica Enthusiast Podcasts ist Andreas Groth bereits zum zweiten Mal zu Gast bei Michel Birnbacher. Anlass sind zwei aktuelle Ausstellungsprojekte, die im Frühjahr auf Tour gehen, sowie ein neues fotografisches Community-Projekt. Anders als sonst steht dabei weniger Technik im Vordergrund – sondern Verantwortung, Wirkung und Haltung in der Fotografie.
„Angefasst“ – Erinnerungskultur in Bildern
Die Ausstellung „Angefasst“ besteht aus 20 lebensgroßen Roll-Up-Porträts. Fotografiert wurden Menschen, die sexualisierte Gewalt im kirchlichen Kontext erlebt haben. Groth kennt viele der Beteiligten aus seiner Arbeit als empathischer Zeuge und Begleitperson bei Aufarbeitungsprozessen.
Die Bildidee ist bewusst reduziert und zugleich stark:
Die porträtierten Personen stehen hinter einer Glasscheibe, die mit Wasser benetzt ist. Sie halten selbst gewählte Schlagworte in die Kamera – Aussagen wie „angefasst“ oder „Die hat’s doch auch gefallen“. Die Schärfe liegt auf der Schrift, nicht auf der Person dahinter. Distanz wird zum Schutzraum, Unschärfe zum Ausdruck von Verletzlichkeit.
Die porträtierten Personen stehen hinter einer Glasscheibe, die mit Wasser benetzt ist. Sie halten selbst gewählte Schlagworte in die Kamera – Aussagen wie „angefasst“ oder „Die hat’s doch auch gefallen“. Die Schärfe liegt auf der Schrift, nicht auf der Person dahinter. Distanz wird zum Schutzraum, Unschärfe zum Ausdruck von Verletzlichkeit.
Die Ausstellung verzichtet bewusst auf erklärende Texte. Stattdessen sind bei Präsentationen Ansprechpersonen vor Ort, um Gespräche zu ermöglichen. Ziel ist es nicht, abzuschließen, sondern Dialoge zu eröffnen.
Frauenhaus-Projekt – Emotion ohne Sensation
Ein zweites Projekt führte Andreas Groth in ein Frauenhaus. Elf Frauen erklärten sich bereit, Teil der Ausstellung zu werden – eine davon anonym. Der fotografische Ansatz unterscheidet sich deutlich vom ersten Projekt: Ein einfacher Stuhl wird zum zentralen Bildmotiv und Stellvertreter für Gefühle, Übergänge und Stabilität.
Die Frauen zeigen sich in verschiedenen Situationen: vor dem Einzug, während der Zeit im Frauenhaus, beim Aufbruch in ein neues Leben. Die Bilder wurden an einem einzigen Tag realisiert, bewusst klar und ohne visuelle Effekte. Gedruckt auf großformatiger Leinwand (120 × 80 cm), entfalten sie ihre Wirkung über Präsenz und Größe.
Auch hier steht nicht das Spektakuläre im Fokus, sondern Würde, Selbstbestimmung und Sichtbarkeit.
Technik als Nebensache – bewusst und intuitiv
Im Gespräch wird deutlich: Technik spielte bei beiden Projekten eine untergeordnete Rolle. Groth beschreibt, dass er bei sensiblen Motiven sehr genau spürt, mit welcher Kamera und welchem Setup er arbeiten kann. Entscheidungen entstehen intuitiv – aus Erfahrung, nicht aus Datenblättern.
Ein zentrales Stichwort fällt dabei mehrfach: Improvisation mit Erfahrung.
„36 durch 12“ – ein analoges Gemeinschaftsprojekt
Zum Abschluss stellt Andreas Groth ein neues Jahresprojekt vor: 36 durch 12. Mit einer einfachen analogen Kleinbildkamera sollen Teilnehmende über zwölf Monate hinweg fotografische Serien entwickeln – maximal drei Bilder pro Monat, ein Film für ein Jahr.
Ziel ist nicht Perfektion, sondern Konzentration: Serien denken, Einschränkungen akzeptieren, Austausch fördern. Begleitet wird das Projekt über Social Media und einen offenen Community-Raum. Die Ergebnisse sollen erst nach Ablauf des Jahres sichtbar werden.
Fazit
Diese Episode ist weniger Technik-Talk als vielmehr ein Gespräch über Verantwortung in der Fotografie. Über Nähe und Distanz, über Gestaltung als Haltung und über Bilder, die nicht gefallen müssen – sondern etwas auslösen dürfen.
Eine Folge, die zeigt, wie Fotografie bewegen kann.
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