Die persönliche Kontroverse erzeugt den Klick.
13.08.2026 11 min
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Ich möchte noch einmal auf das Gespräch mit Maik Kroner und vor allem auf die Reaktionen darauf zurückblicken.
Nicht, um einzelne Kommentare zu beantworten.
Nicht, um jemanden zu überzeugen.
Und auch nicht, um das Gespräch nachträglich umzudeuten.
Mich interessiert vielmehr die Stimmung, die rund um diese Episode entstanden ist.
Denn diese Stimmung sagt nicht nur etwas über einen Gast, Maik Kroner, aus.
Sie sagt auch etwas über uns als Publikum.
Über unsere Erwartungen.
Und darüber, welche Geschichten unsere Aufmerksamkeit besonders schnell wecken.
Eine Erkenntnis steht für mich dabei im Mittelpunkt:
Die persönliche Kontroverse erzeugt den Klick.
Nicht, um einzelne Kommentare zu beantworten.
Nicht, um jemanden zu überzeugen.
Und auch nicht, um das Gespräch nachträglich umzudeuten.
Mich interessiert vielmehr die Stimmung, die rund um diese Episode entstanden ist.
Denn diese Stimmung sagt nicht nur etwas über einen Gast, Maik Kroner, aus.
Sie sagt auch etwas über uns als Publikum.
Über unsere Erwartungen.
Und darüber, welche Geschichten unsere Aufmerksamkeit besonders schnell wecken.
Eine Erkenntnis steht für mich dabei im Mittelpunkt:
Die persönliche Kontroverse erzeugt den Klick.
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-.-.-
Ganz bewusst hier der gesamte Text der Episode - fast genauso vorgelesen:
Willkommen zu einer besonderen Episode des Leica Enthusiast Podcasts.
Heute bin ich alleine im Studio.
Und ich möchte noch einmal auf das Gespräch mit Maik Kroner und vor allem auf die Reaktionen darauf zurückblicken.
Nicht, um einzelne Kommentare zu beantworten.
Nicht, um jemanden zu überzeugen.
Und auch nicht, um das Gespräch nachträglich umzudeuten.
Mich interessiert vielmehr die Stimmung, die rund um diese Episode entstanden ist.
Denn diese Stimmung sagt nicht nur etwas über Maik Kroner aus.
Sie sagt auch etwas über uns als Publikum.
Über unsere Erwartungen.
Und darüber, welche Geschichten unsere Aufmerksamkeit besonders schnell wecken.
Eine Erkenntnis steht für mich dabei im Mittelpunkt:
Die persönliche Kontroverse erzeugt den Klick.
Ein Fotograf verlässt Leica.
Er probiert andere Marken aus.
Er spricht öffentlich über seine Enttäuschung, über verletzten Stolz und über seine Suche nach der richtigen Kamera.
Und dann kehrt er zur Leica M zurück.
Das ist natürlich eine Geschichte, die neugierig macht.
Es geht nicht nur um Fotografie.
Es geht um persönliche Entscheidungen.
Um Widersprüche.
Um Glaubwürdigkeit.
Und vielleicht auch um die Frage, ob jemand wirklich angekommen ist – oder ob der nächste Wechsel bereits vorprogrammiert ist.
Genau diese persönliche Ebene hat sehr viele Menschen dazu gebracht, die Episode aufzurufen.
Deutlich mehr als bei vielen fachlichen Gesprächen.
Auch mehr als bei manchen Episoden mit Menschen, die für Leica eine außerordentlich wichtige Rolle spielen.
Mit Dr. Andreas Kaufmann habe ich über die Entwicklung und die Zukunft von Leica gesprochen.
Mit Stefan Daniel über Produkte, Entscheidungen und die Leica M.
Das sind Gespräche mit Menschen, die das Unternehmen und seine Kameras ganz unmittelbar prägen.
Trotzdem erzeugt eine persönliche Geschichte über Abschied, Enttäuschung und Rückkehr zunächst mehr Aufmerksamkeit.
Das finde ich bemerkenswert.
Denn es führt zu einer unbequemen Frage:
Interessieren wir uns mehr für Fotografie?
Oder interessieren wir uns manchmal stärker für die Geschichten, Widersprüche und Konflikte der Menschen dahinter?
Persönliche Widersprüche und Markenwechsel wecken offenbar mehr unmittelbare Neugier als ein fachliches Gespräch.
Das bedeutet nicht automatisch, dass uns Klatsch und Tratsch wichtiger sind als Fotografie.
Aber persönliche Kontroversen sind schneller verständlich.
Man kann sofort Stellung beziehen.
Man kann zustimmen.
Man kann widersprechen.
Und man kann sich über eine Person und ihre Entscheidungen ein Urteil bilden.
Ein Gespräch über Produktentwicklung, Unternehmensstrategie oder die Zukunft eines Kamerasystems verlangt dagegen mehr Geduld.
Es erzeugt vielleicht weniger spontane Reaktion.
Deshalb ist es aber nicht weniger wichtig.
Die Zahlen rund um die Maik-Kroner-Episode zeigen genau diesen Unterschied.
Auf YouTube wurde das Gespräch innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich häufig aufgerufen.
Gleichzeitig lag die durchschnittliche Wiedergabedauer nur bei ungefähr zwölf Minuten.
Die vollständige Episode dauert rund eine Stunde.
Viele Menschen waren also neugierig.
Aber deutlich weniger Menschen blieben bis zum Ende.
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied:
Ein Klick zeigt Aufmerksamkeit.
Er beweist noch kein nachhaltiges Interesse.
Und Aufmerksamkeit ist nicht dasselbe wie Bedeutung.
Auch im Audio-Podcast war die Episode erfolgreicher als viele andere Folgen.
Dort war die Reaktion allerdings deutlich weniger kontrovers sichtbar.
Das hat einen einfachen Grund:
Ein Audio-Podcast besitzt keine öffentliche Kommentarspalte.
Die Menschen können zustimmen, zweifeln oder sich ärgern.
Aber diese Reaktionen sammeln sich nicht sichtbar an einem Ort.
Auf YouTube ist das anders.
Dort wird Zustimmung sofort sichtbar.
Und dort werden auch Widersprüche, Kritik und persönliche Urteile öffentlich.
Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, die gesamte Hörerschaft habe eine bestimmte Meinung.
Tatsächlich sehen wir jedoch nur die Stimmen derjenigen, die sich aktiv äußern.
Trotzdem nehme ich die Kritik ernst.
Ich war in diesem Gespräch der Moderator.
Ich habe die Fragen gestellt und entschieden, an welchen Punkten ich nachhake.
Es ist mir nicht gelungen, von Maik eine wirklich konkrete Antwort darauf zu bekommen, was damals letztlich zum Bruch mit Leica geführt hat.
Vielleicht hätte ich an dieser Stelle noch deutlicher nachfragen können.
Ein Moderator kann Widersprüche sichtbar machen und um konkrete Antworten bitten.
Er kann einen Gast aber nicht dazu zwingen, Hintergründe offenzulegen, über die dieser nicht sprechen möchte oder die er selbst nicht eindeutig benennen kann.
Diese offene Stelle gehört deshalb ebenfalls zur Geschichte dieser Episode.
Viele Zuschauer hatten offenbar eine klare Auflösung erwartet:
Warum ist Maik wirklich von Leica weggegangen?
Was war damals passiert?
Und warum ist seine Rückkehr diesmal anders als frühere Wechsel?
Diese eindeutige Auflösung hat das Gespräch nicht geliefert.
Auch daraus dürfte ein Teil der Enttäuschung und der Kritik entstanden sein.
Ein weiterer Punkt in den Kommentaren hat mich besonders beschäftigt.
Die große Bedeutung, die Leica im Gespräch hatte, wurde teilweise als übertrieben empfunden.
Einige sprachen sogar von Religion, Glauben oder Bekehrung.
Ich kann nachvollziehen, wie dieser Eindruck entstehen kann.
Wenn Menschen über Leica sprechen, geht es häufig nicht nur um technische Daten.
Es geht um Geschichte.
Um Gestaltung.
Um Arbeitsweise.
Um Erinnerungen.
Um Zugehörigkeit.
Und natürlich auch um Emotionen.
Aber genau an dieser Stelle möchte ich an den Namen dieses Podcasts erinnern:
Leica Enthusiast Podcast.
Dieser Podcast behauptet nicht, eine vollständig neutrale Sendung über alle Kameramarken zu sein.
Er ist auch kein allgemeines Technikmagazin.
Er richtet sich an Menschen, die sich für Leica interessieren und häufig eine besondere Beziehung zur Marke, ihrer Geschichte und ihren Kameras haben.
Deshalb hat Leica hier selbstverständlich ein großes Gewicht.
Das ist keine zufällige Verzerrung.
Es ist Teil des Konzepts.
Ich vergleiche das gerne mit einem Fan-Podcast über einen Fußballverein.
Wer einen Podcast über den 1. FC Nürnberg, Bayern München oder Borussia Dortmund hört, erwartet dort ebenfalls keine vollkommen distanzierte Betrachtung aller Vereine.
Die Menschen sprechen über ihren Verein.
Sie kennen seine Geschichte.
Sie erinnern sich an besondere Spiele, Siege und Niederlagen.
Sie kritisieren Entscheidungen – und verteidigen ihren Verein manchmal trotzdem.
Es gibt Farben, Rituale, Legenden und ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit.
Von außen betrachtet kann auch das beinahe religiös wirken.
Niemand wäre überrascht, wenn ein Fan-Podcast emotionaler über den eigenen Verein spricht als über dessen Konkurrenten.
Ähnlich ist es im Leica Enthusiast Podcast.
Leica ist hier nicht irgendeine austauschbare Kameramarke.
Die Marke ist der Ausgangspunkt des Podcasts.
Wer diesen Podcast einschaltet, darf diese Nähe und Begeisterung erwarten.
Begeisterung bedeutet allerdings nicht, dass Leica unkritisch betrachtet werden muss.
Und sie bedeutet auch nicht, dass andere Kameras schlechtere Bilder machen.
Schon gar nicht bedeutet sie, dass man nur mit einer Leica ein ernsthafter Fotograf sein kann.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Begeisterung und kritische Distanz miteinander zu verbinden.
Nähe zu einer Marke darf schwierige Fragen nicht verhindern.
Aber eine kritische Haltung verlangt auch nicht, dass man die eigene Begeisterung verleugnet.
Beides darf nebeneinander bestehen.
Genau deshalb habe ich Maik mit seinen früheren Aussagen und seinen Markenwechseln konfrontiert.
Mit der Aussage, niemals von Leica wegzugehen.
Mit seinen späteren Wechseln.
Mit der wiederholten Überzeugung, nun endgültig die richtige Kamera gefunden zu haben.
Und mit der Frage, warum es diesmal anders sein sollte.
Ob seine Antworten überzeugen, muss jeder Zuhörer selbst entscheiden.
Ich werde die einzelnen Kommentare nicht beantworten.
Aber ich finde die Diskussion wertvoll.
Denn sie zeigt, wie schnell eine persönliche Geschichte mehr Aufmerksamkeit erzeugt als ein fachliches Thema.
Sie zeigt auch, wie unterschiedlich die Erwartungen an einen Leica Enthusiast Podcast sind.
Einige erwarten vor allem Begeisterung für die Marke.
Andere wünschen sich größere Distanz.
Manche interessieren sich für die Kameras.
Andere vor allem für die Menschen und ihre Widersprüche.
Für mich gehört das alles zur Fotografie.
Die Kamera ist ein Werkzeug.
Aber sie ist für viele Menschen auch mit Erinnerungen, Hoffnungen, Entscheidungen und Identität verbunden.
Wir kaufen Kameras.
Wir verkaufen sie wieder.
Wir zweifeln an unseren Entscheidungen.
Und manchmal verbinden wir mit einem Werkzeug mehr Gefühl, als wir öffentlich zugeben möchten.
Vielleicht hat uns Maiks Geschichte gerade deshalb so beschäftigt.
Weil viele darin auch einen Teil der eigenen Suche erkennen.
Die persönliche Kontroverse erzeugte den Klick.
Doch die Zahl der Aufrufe sagt nicht automatisch etwas über die Bedeutung eines Gesprächs aus.
Und sie sagt auch nicht, dass Klatsch und Tratsch wichtiger wären als Fotografie.
Sie zeigt zunächst nur, wie Aufmerksamkeit entsteht.
Für mich bleibt deshalb die entscheidende Frage:
Interessieren wir uns mehr für Fotografie?
Oder interessieren wir uns manchmal stärker für die Geschichten und Konflikte der Menschen dahinter?
Wahrscheinlich gehört beides zusammen.
Die Begeisterung für die Fotografie und für Leica.
Und der kritische Blick auf die Menschen, die darüber sprechen.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Willkommen zu einer besonderen Episode des Leica Enthusiast Podcasts.
Heute bin ich alleine im Studio.
Und ich möchte noch einmal auf das Gespräch mit Maik Kroner und vor allem auf die Reaktionen darauf zurückblicken.
Nicht, um einzelne Kommentare zu beantworten.
Nicht, um jemanden zu überzeugen.
Und auch nicht, um das Gespräch nachträglich umzudeuten.
Mich interessiert vielmehr die Stimmung, die rund um diese Episode entstanden ist.
Denn diese Stimmung sagt nicht nur etwas über Maik Kroner aus.
Sie sagt auch etwas über uns als Publikum.
Über unsere Erwartungen.
Und darüber, welche Geschichten unsere Aufmerksamkeit besonders schnell wecken.
Eine Erkenntnis steht für mich dabei im Mittelpunkt:
Die persönliche Kontroverse erzeugt den Klick.
Ein Fotograf verlässt Leica.
Er probiert andere Marken aus.
Er spricht öffentlich über seine Enttäuschung, über verletzten Stolz und über seine Suche nach der richtigen Kamera.
Und dann kehrt er zur Leica M zurück.
Das ist natürlich eine Geschichte, die neugierig macht.
Es geht nicht nur um Fotografie.
Es geht um persönliche Entscheidungen.
Um Widersprüche.
Um Glaubwürdigkeit.
Und vielleicht auch um die Frage, ob jemand wirklich angekommen ist – oder ob der nächste Wechsel bereits vorprogrammiert ist.
Genau diese persönliche Ebene hat sehr viele Menschen dazu gebracht, die Episode aufzurufen.
Deutlich mehr als bei vielen fachlichen Gesprächen.
Auch mehr als bei manchen Episoden mit Menschen, die für Leica eine außerordentlich wichtige Rolle spielen.
Mit Dr. Andreas Kaufmann habe ich über die Entwicklung und die Zukunft von Leica gesprochen.
Mit Stefan Daniel über Produkte, Entscheidungen und die Leica M.
Das sind Gespräche mit Menschen, die das Unternehmen und seine Kameras ganz unmittelbar prägen.
Trotzdem erzeugt eine persönliche Geschichte über Abschied, Enttäuschung und Rückkehr zunächst mehr Aufmerksamkeit.
Das finde ich bemerkenswert.
Denn es führt zu einer unbequemen Frage:
Interessieren wir uns mehr für Fotografie?
Oder interessieren wir uns manchmal stärker für die Geschichten, Widersprüche und Konflikte der Menschen dahinter?
Persönliche Widersprüche und Markenwechsel wecken offenbar mehr unmittelbare Neugier als ein fachliches Gespräch.
Das bedeutet nicht automatisch, dass uns Klatsch und Tratsch wichtiger sind als Fotografie.
Aber persönliche Kontroversen sind schneller verständlich.
Man kann sofort Stellung beziehen.
Man kann zustimmen.
Man kann widersprechen.
Und man kann sich über eine Person und ihre Entscheidungen ein Urteil bilden.
Ein Gespräch über Produktentwicklung, Unternehmensstrategie oder die Zukunft eines Kamerasystems verlangt dagegen mehr Geduld.
Es erzeugt vielleicht weniger spontane Reaktion.
Deshalb ist es aber nicht weniger wichtig.
Die Zahlen rund um die Maik-Kroner-Episode zeigen genau diesen Unterschied.
Auf YouTube wurde das Gespräch innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich häufig aufgerufen.
Gleichzeitig lag die durchschnittliche Wiedergabedauer nur bei ungefähr zwölf Minuten.
Die vollständige Episode dauert rund eine Stunde.
Viele Menschen waren also neugierig.
Aber deutlich weniger Menschen blieben bis zum Ende.
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied:
Ein Klick zeigt Aufmerksamkeit.
Er beweist noch kein nachhaltiges Interesse.
Und Aufmerksamkeit ist nicht dasselbe wie Bedeutung.
Auch im Audio-Podcast war die Episode erfolgreicher als viele andere Folgen.
Dort war die Reaktion allerdings deutlich weniger kontrovers sichtbar.
Das hat einen einfachen Grund:
Ein Audio-Podcast besitzt keine öffentliche Kommentarspalte.
Die Menschen können zustimmen, zweifeln oder sich ärgern.
Aber diese Reaktionen sammeln sich nicht sichtbar an einem Ort.
Auf YouTube ist das anders.
Dort wird Zustimmung sofort sichtbar.
Und dort werden auch Widersprüche, Kritik und persönliche Urteile öffentlich.
Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, die gesamte Hörerschaft habe eine bestimmte Meinung.
Tatsächlich sehen wir jedoch nur die Stimmen derjenigen, die sich aktiv äußern.
Trotzdem nehme ich die Kritik ernst.
Ich war in diesem Gespräch der Moderator.
Ich habe die Fragen gestellt und entschieden, an welchen Punkten ich nachhake.
Es ist mir nicht gelungen, von Maik eine wirklich konkrete Antwort darauf zu bekommen, was damals letztlich zum Bruch mit Leica geführt hat.
Vielleicht hätte ich an dieser Stelle noch deutlicher nachfragen können.
Ein Moderator kann Widersprüche sichtbar machen und um konkrete Antworten bitten.
Er kann einen Gast aber nicht dazu zwingen, Hintergründe offenzulegen, über die dieser nicht sprechen möchte oder die er selbst nicht eindeutig benennen kann.
Diese offene Stelle gehört deshalb ebenfalls zur Geschichte dieser Episode.
Viele Zuschauer hatten offenbar eine klare Auflösung erwartet:
Warum ist Maik wirklich von Leica weggegangen?
Was war damals passiert?
Und warum ist seine Rückkehr diesmal anders als frühere Wechsel?
Diese eindeutige Auflösung hat das Gespräch nicht geliefert.
Auch daraus dürfte ein Teil der Enttäuschung und der Kritik entstanden sein.
Ein weiterer Punkt in den Kommentaren hat mich besonders beschäftigt.
Die große Bedeutung, die Leica im Gespräch hatte, wurde teilweise als übertrieben empfunden.
Einige sprachen sogar von Religion, Glauben oder Bekehrung.
Ich kann nachvollziehen, wie dieser Eindruck entstehen kann.
Wenn Menschen über Leica sprechen, geht es häufig nicht nur um technische Daten.
Es geht um Geschichte.
Um Gestaltung.
Um Arbeitsweise.
Um Erinnerungen.
Um Zugehörigkeit.
Und natürlich auch um Emotionen.
Aber genau an dieser Stelle möchte ich an den Namen dieses Podcasts erinnern:
Leica Enthusiast Podcast.
Dieser Podcast behauptet nicht, eine vollständig neutrale Sendung über alle Kameramarken zu sein.
Er ist auch kein allgemeines Technikmagazin.
Er richtet sich an Menschen, die sich für Leica interessieren und häufig eine besondere Beziehung zur Marke, ihrer Geschichte und ihren Kameras haben.
Deshalb hat Leica hier selbstverständlich ein großes Gewicht.
Das ist keine zufällige Verzerrung.
Es ist Teil des Konzepts.
Ich vergleiche das gerne mit einem Fan-Podcast über einen Fußballverein.
Wer einen Podcast über den 1. FC Nürnberg, Bayern München oder Borussia Dortmund hört, erwartet dort ebenfalls keine vollkommen distanzierte Betrachtung aller Vereine.
Die Menschen sprechen über ihren Verein.
Sie kennen seine Geschichte.
Sie erinnern sich an besondere Spiele, Siege und Niederlagen.
Sie kritisieren Entscheidungen – und verteidigen ihren Verein manchmal trotzdem.
Es gibt Farben, Rituale, Legenden und ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit.
Von außen betrachtet kann auch das beinahe religiös wirken.
Niemand wäre überrascht, wenn ein Fan-Podcast emotionaler über den eigenen Verein spricht als über dessen Konkurrenten.
Ähnlich ist es im Leica Enthusiast Podcast.
Leica ist hier nicht irgendeine austauschbare Kameramarke.
Die Marke ist der Ausgangspunkt des Podcasts.
Wer diesen Podcast einschaltet, darf diese Nähe und Begeisterung erwarten.
Begeisterung bedeutet allerdings nicht, dass Leica unkritisch betrachtet werden muss.
Und sie bedeutet auch nicht, dass andere Kameras schlechtere Bilder machen.
Schon gar nicht bedeutet sie, dass man nur mit einer Leica ein ernsthafter Fotograf sein kann.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Begeisterung und kritische Distanz miteinander zu verbinden.
Nähe zu einer Marke darf schwierige Fragen nicht verhindern.
Aber eine kritische Haltung verlangt auch nicht, dass man die eigene Begeisterung verleugnet.
Beides darf nebeneinander bestehen.
Genau deshalb habe ich Maik mit seinen früheren Aussagen und seinen Markenwechseln konfrontiert.
Mit der Aussage, niemals von Leica wegzugehen.
Mit seinen späteren Wechseln.
Mit der wiederholten Überzeugung, nun endgültig die richtige Kamera gefunden zu haben.
Und mit der Frage, warum es diesmal anders sein sollte.
Ob seine Antworten überzeugen, muss jeder Zuhörer selbst entscheiden.
Ich werde die einzelnen Kommentare nicht beantworten.
Aber ich finde die Diskussion wertvoll.
Denn sie zeigt, wie schnell eine persönliche Geschichte mehr Aufmerksamkeit erzeugt als ein fachliches Thema.
Sie zeigt auch, wie unterschiedlich die Erwartungen an einen Leica Enthusiast Podcast sind.
Einige erwarten vor allem Begeisterung für die Marke.
Andere wünschen sich größere Distanz.
Manche interessieren sich für die Kameras.
Andere vor allem für die Menschen und ihre Widersprüche.
Für mich gehört das alles zur Fotografie.
Die Kamera ist ein Werkzeug.
Aber sie ist für viele Menschen auch mit Erinnerungen, Hoffnungen, Entscheidungen und Identität verbunden.
Wir kaufen Kameras.
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Wir zweifeln an unseren Entscheidungen.
Und manchmal verbinden wir mit einem Werkzeug mehr Gefühl, als wir öffentlich zugeben möchten.
Vielleicht hat uns Maiks Geschichte gerade deshalb so beschäftigt.
Weil viele darin auch einen Teil der eigenen Suche erkennen.
Die persönliche Kontroverse erzeugte den Klick.
Doch die Zahl der Aufrufe sagt nicht automatisch etwas über die Bedeutung eines Gesprächs aus.
Und sie sagt auch nicht, dass Klatsch und Tratsch wichtiger wären als Fotografie.
Sie zeigt zunächst nur, wie Aufmerksamkeit entsteht.
Für mich bleibt deshalb die entscheidende Frage:
Interessieren wir uns mehr für Fotografie?
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Wahrscheinlich gehört beides zusammen.
Die Begeisterung für die Fotografie und für Leica.
Und der kritische Blick auf die Menschen, die darüber sprechen.
Vielen Dank fürs Zuhören.
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